Hintergrundinformationen Silberbarren

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Silberbarren 

Silber in Barren-Form dient meist als Investition in das reine Edelmetall oder für die industrielle Verwendung und Weiterverarbeitung. Durch ihre Form sind Barren kompakt und leicht stapelbar. Gegossene Silberbarren werden in der Regel aus 999er Feinsilber hergestellt. Diese Feinheit wird meist gut sichtbar neben dem Herstellerzeichen, der Seriennummer und dem Gießerzeichen in das noch heiße und weiche Silber punziert bzw. eingeschlagen. Der Hersteller garantiert somit für die Reinheit und das Gewicht des Barrens. Da es sich bei Barren nicht um ein gesetzliches Zahlungsmittel handelt, dürfen diese im Gegensatz zu Münzen zerstückelt, eingeschmolzen und weiterverarbeitet werden. Die Zerstörung von Münzen hingegen ist in vielen Ländern sogar strafbar. Bei den Barren hat sich der 1-Kilo-Silberbarren als gängige Größe durchgesetzt. Barren werden in der Regel gegossen, kleinere Einheiten meist geprägt oder ausgestanzt. Kleinere Einheiten haben den entscheidenden Nachteil, dass sie einen höheren Aufschlag (Agio) im Verhältnis zum Feingewicht haben. Je größer der Barren, umso weniger kommt dieser Nachteil daher zum Tragen. Die günstigste Investition in Silber sind große Barren.

Hersteller von Silberbarren 

Wenn möglich, sollte man beim Kauf von Silberbarren darauf achten, dass diese von einem bekannten und vor allem international anerkannten Hersteller stammen. Dies kann bei einem späteren Wiederverkauf von Bedeutung sein, da es Banken und Händler gibt, die nur bestimmte Barren zurücknehmen. Investoren sollten daher bei der Wahl der Barren beachten, ob der jeweilige Hersteller den etablierten LBMA-Standard („good delivery“) erfüllt.
LBMA-Zertifizierung – „good delivery“-Barren
Barren, die hohe Qualitätsstandards erfüllen, können von der London Bullion Market Association (LBMA) den so genannten „good delivery“-Status erwerben. Dies ermöglicht einen reibungslosen Handel, da LBMA-zertifizierte Barren weltweit anerkannt sind und von allen großen Banken zu Tagespreisen angekauft werden. Für die LBMA-Zertifizierung müssen folgende Kriterien erfüllt sein: 

  • Das herstellende Unternehmen muss mindestens fünf Jahre existieren.
  • Der Hersteller muss mindestens drei Jahre das Produkt produziert haben, für welches er den „good delivery“-Status erwerben möchte.
  • Jährlich müssen mindestens 30 Tonnen Silber bzw. 10 Tonnen Gold verarbeitet werden.
  • Die Besitzrechte des Herstellers müssen der LBMA offen gelegt und ggf. ein Empfehlungsschreiben einer Zentralbank vorlegt werden können.

Pro und Contra von Silberbarren

Pro:

  • gute Lager- und Stapelfähigkeit
  • anspruchslos in der Aufbewahrung. Das Anlaufen von Barren (Patina) führt in der Regel nicht zu einem Wertverlust
  • ein Barren ist anhand seiner Serien- Nummer und seines Gießerzeichens eindeutig identifizierbar (kann Vorteil bei Haftpflicht-Versicherungen sein)
  • weltweit handelbar (wenn „good delivery“ oder international anerkannt) und fungibel (eintauschbar)
  • möglichst auf große Stückelungen achten (nur rentabel bei größeren Einheiten im Vergleich zu Münzen (1 kg Barren = 32,15 Unzen)

 Contra: 

  • höhere Mehrwertsteuer (19%) im Vergleich zu Münzen (7%); dieser Nachteil wird aber bei größeren Stückelungen wieder egalisiert
  • höhere Aufschläge bei kleinen Barrengrößen

 

Lagerung von Barren

Die gängigste Aufbewahrung von Silberbarren ist die Einlagerung in einem geeigneten Tresor. Je nach Anlagevolumen sollte über die jeweiligen Anforderungen an den Tresor und einen ausreichenden Versicherungsschutz nachgedacht werden.
Auch die Lagerung in einem gemieteten Bankschließfach kann eine Alternative sein. Beachte: Im Falle der Insolvenz der Bank fällt zwar der Inhalt des Schließfaches nicht in deren Insolvenzmasse, da nur das Schließfach selbst der Bank gehört, dennoch zeigten Beispiele wie das der Kaupthing-Bank in Island, dass Kunden in der Krise durchaus vor verschlossenen Türen stehen können.

Die richtige Form des Investierens

Um Silber als Geldanlage heranzuziehen, stehen dem Anleger unterschiedliche Optionen offen. Hierbei sind Münzen aus Silber und ganz besonders auch Silberbarren in die Überlegungen einzubeziehen. Ein großer Vorteil bei Silberbarren ist, dass ihr Erwerb in großen Stückelungen möglich ist. Als Geldanlage werden Silberbarren in der Regel mit einem Gewicht von einem Kilogramm gekauft, es ist aber auch ohne Weiteres möglich, Barren mit einem Gewicht von fünf Kilogramm zu erwerben. Ein großer Vorteil von Silberbarren gegenüber Silbermünzen ist, dass ihre Herstellung einfacher und kostengünstiger ist und ihr Nettopreis hierdurch unter dem von Silbermünzen liegt. Silberbarren lassen sich auch einfacher beschaffen. Die Barren werden von Banken und Scheideanstalten angeboten. Der Kauf und die Einlagerung der Barren bei Einkaufsgemeinschaften bieten meist den günstigsten Preis und erleichtert das Handling mit dem Material, da hier die Einlagerung und der Wiederverkauf einfach möglich ist.

Die beiden wichtigsten Kriterien der Silberinvestoren sind:
– bestmögliche Einkaufspreise (größtmögliche Stückelung); Der Gewinn liegt im Einkauf
– beliebige Teilbarkeit und einfache Liquidierbarkeit (Zahlungsmittelfunktion)

Beide Kriterien sind nicht mit einer Anlageform erfüllbar. Silbermünzen haben das Problem, dass sie auf der einen Seite nicht die günstigste Form des Einkaufs von Silber darstellen und auf der anderen Seite sind sie auch nicht beliebig teilbar. Silberbarren haben den Vorteil, dass sie die günstigste Form des Silbereinkaufs darstellen, aber auch sie sind nicht beliebig teilbar. Daher ist es wichtig, eine Aufteilung innerhalb einer Silberinvestition vorzunehmen. Unsere Empfehlung lautet: Sowohl in Kilobarren als auch in kleine 1g-Minibarren zu investieren. Die CombiBars™ Silber als Verbund von 100 x 1g Feinsilber-Tafelbarren sind optimal teilbar. Die einzelnen 1g- Minibarren sind mit Sollbruchstellen versehen und lassen sich durch einfaches Knicken präzise und verlustfrei voneinander trennen. So können Erwerber bei Bedarf genau so viel Edelmetall wieder veräußern, wie sie benötigen.

Wie viel Prozent in welche Anlageform investiert werden sollte, liegt im Ermessen des Anlegers. Unsere einfache Faustformel lautet: Der Anleger sollte die aktuelle Nachfragstruktur bei Silber als Grundlage nehmen und schauen, wer was nachfragt. Die Industrie fragt hauptsächlich Silberbarren und Silbergranulat nach. Silbergranulat ist für den Investor nicht empfehlenswert, da hier die Echtheit des Materials nur schwer nachzuprüfen ist. Das ist bei LBMA-Standard-Silberbarren deutlich einfacher. Da das Silber in der Zukunft auch wieder mal verkauft werden muss, sollte hier beim Einkauf darauf geachtet werden, die richtige Stückelungsgröße zu wählen. Da ca. 70 Prozent der aktuellen Produktion von der Industrie verwendet werden, sollte auch diese Größenordnung in Silberbarren investiert werden. Der Rest wird durch Schmuck und die Investmentnachfrage abgedeckt. Das bedeutet, dass die restlichen 30 Prozent in CombiBars investiert werden.