USA: Zahlungsausfall könnte teuer werden

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Die größte Volkswirtschaft der Welt droht derzeit in Misskredit zu geraten. Weil die Fronten im Streit über eine Anhebung der Schuldenobergrenze zwischen den Demokraten von US-Präsident Barack Obama und den oppositionellen Republikanern verhärtet sind, schließen Experten wie US-Notenbankchef Ben Bernanke und die Ratingagentur Moody’s einen Zahlungsausfall bei US-Staatsanleihen nicht mehr aus. Dass solch eine Situation selbst bei nur kurzer Dauer die Vereinigten Staaten teuer zu stehen käme, lehrt ein ähnlicher Haushaltsstreit zwischen Präsident und Kongress vor gut drei Jahrzehnten.

1979: Millionen wurde nicht rechtzeitig ausbezahlt

1979 stritt der damalige demokratische US-Präsident Jimmy Carter mit dem Kongress über eine Anhebung des Schuldenlimits. Am 2. April wurde die Obergrenze schließlich heraufgesetzt. Wegen technischer Probleme infolge der Einigung in letzter Minute konnte die US-Regierung die Zahlungen bei drei Anleihen jedoch nicht rechtzeitig leisten. Für die für den 26. April, 3. und 10. Mai fälligen Auszahlungen stellte das Finanzministerium in Washington die Schecks – damals das gängige Zahlungsmittel – jeweils ein paar Tage zu spät aus. So wurden insgesamt 120 Millionen Dollar (85 Millionen Euro) nicht rechtzeitig ausgezahlt. Nach anfänglicher Gegenwehr erklärte sich die Regierung schließlich dazu bereit, die betroffenen Anleger zu entschädigen.

Zahlungsausfall hatte Konsequenzen

Abgesehen von den Entschädigungen hatte der kurzzeitige Zahlungsausfall eine weitere schädliche Auswirkung auf den US-Haushalt. In den folgenden Monaten mussten die USA höhere Zinsen für ihre Anleihen zahlen, wie die Wirtschaftswissenschaftler Terry Zivney und Richard Marcus 1989 in ihrer Untersuchung zu den Reaktionen der Märkte auf den Zahlungsausfall hervorhoben. Der Zinssatz stieg ihren Berechnungen zufolge um 0,6

Schuldenobergrenze deutlich angehoben

„Das sind die einzigen Daten, die wir über einen US-Zahlungsausfall haben“, sagt der ehemalige Ökonom im Weißen Haus, Donald Marron. „Nicht überraschend zeigen sie, dass sogar ein zeitweiser Zahlungsausfall eine schlechte Idee ist.“ Dies dürfte auch in der jetzigen Situation gelten. Deutlich geändert hat sich seit dem Streit 1979 hingegen die US-Schuldenobergrenze – betrug sie damals noch 830 Milliarden Dollar, ist sie mittlerweile mit 14,3 Billionen Dollar 17 Mal so hoch.

Quelle: AFP

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